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LITERATENMALEREI AUS CHINA

Flüsse und Berge lassen mich Ruhe finden

Das Museum für Ostasiatische Kunst präsentiert mit der Ausstellung "Zeng Mi - Flüsse und Berge lassen mich Ruhe finden" einen herausragenden Vertreter der "Neuen Literatenmalerei" (xin wenren hua).

Zeng Mi (geb. 1935). Im Regen. Tusche und Farben auf Papier, 51x40 cm. China, 1992, Kat. 10. Privatbesitz.

© by Museum für Ostasiatische Kunst Köln

Zeng Mi (geb. 1935). Im Regen. Tusche und Farben auf Papier, 51x40 cm China, 1992, Kat. 10. Privatbesitz.

Neben der westlich inspirierten realistischen Malerei, der Pop-Art und anderen Stilrichtungen nimmt die neue Literatenmalerei eine eigenständige Position ein. Sie bedient sich der traditionellen Ausdrucksmittel Pinsel, Tusche und Papier, drückt aber ein modernes Lebensgefühl aus, das durch die Vereinzelung und Verunsicherung des Individuums gekennzeichnet ist. Zugleich lässt sie sich weder durch staatliche oder politische Interessen, noch durch westliche Leitbilder vereinnahmen.

Die Literatenmalerei geht zurück auf das 11. Jahrhundert und soll als "Abdruck des Herzens" nicht die äußere Form der Dinge, sondern ihre Substanz wiedergeben. Im Vordergrund steht der Ausdruck der geistigen Konzeption und der Gefühle.

Ein Bergmassiv, dessen Fuß sich im Nebel zu verlieren scheint, auf einem schmalen Steg ein einzelner Wanderer bei der Überquerung eines steinigen Flussbetts, eine Szene, eingehüllt in Stille. Zeng Mis Bilder beschreiben die geistigen Landschaften des Künstlers, der wie ein Eremit inmitten eines lärmenden, vom Wirtschaftsaufschwung berauschten China lebt. "Lautlose Gedichte" wäre wohl die treffendste Beschreibung seiner Werke.

Zeng Mi, geboren 1935 in der Küstenstadt Fuzhou, knüpft an die Tradition der Literatenmalerei an. Er hat sowohl die traditionelle chinesische Ausbildung in der Malerei und der Kunst der Pinselschrift durchlaufen, als auch westliche Malweisen studiert. In seinen Arbeiten spiegelt sich die intensive Auseinandersetzung mit östlichen und westlichen Kunstauffassungen, wodurch er zu einem unverwechselbaren künstlerischen Ausdruck gefunden hat. Vollkommen neuartig ist sein Umgang mit Licht und Raum. Während der Kulturrevolution teilte der Künstler das Schicksal vieler seiner Zeitgenossen, deren Bilder vernichtet wurden. Heute lebt er zurückgezogen in Hangzhou/ Provinz Zhejiang. Ausgewählte Werke des Künstlers wurden 1998 in der Ausstellung "A Century in Crisis: Modernity and Tradition in the Art of Twentieth- Century China" im Guggenheim Museum, New York gezeigt.

Ausstellung im Museum für Ostasiatische Kunst in Berlin sowie vom 25. April 2004 bis 01. August 2004 im Museum für Ostasiatische Kunst Köln; Dienstag bis Sonntag von 11:00 - 17:00 Uhr, Donnerstags bis 20:00 Uhr geöffnet ( www.museenkoeln.de ). Begleitend erscheint ein Katalog zum Preis von 30 Euro.

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