Naoya Hatakeyama gehört zu den bedeutendsten japanischen Fotokünstlern der Gegenwart. Er hat ein vorwiegend architekturbezogenes Werk entwickelt, das von einem nahezu archäologischen Interesse geleitet wird.
Seinen Arbeit umfasst zum einen die Serien zu Landschaften und Architekturen von Kalksteinwerken »Lime Work« und »Lime Hill« (1987-1992), die teilweise wie Mondlandschaften oder urzeitliche Szenerien wirken. Dazu kommen die »Underground«-Serien der späten neunziger Jahre, in denen Hatakeyama die urbane Tektonik in einer vertikalen fotografischen Bewegung vom Luftraum bis in die Tiefen der bühnenhaft ausgeleuchteten Kanalistation verfolgt. Parallel dazu zeigt sich in den stets seriell angelegten Arbeiten ein horizontales Prinzip, in dem sich der Zeitaspekt als weiteres wichtiges Elenebt in seiner Arbeit ausdrückt. Also etwa explosive Augenblicke wie in den »Blasts« (1995/96), Aufnahmen von Sprengungen in Steinbrüchen oder als Langzeituntersuchungung angelegte 48- oder 72-teilige Stadtübersichts-Tableaus in den
»Unlimited«-Reihungen (1989-1997). Als erste deutschsprachige Monografie erfasst die Publiaktion alle diese Serien und zeigt darüber hinaus auch ganz neu entstandene Arbeiten des Künstlers.
Naoya Hatakeyama, geboren 1958 in Iwate, Japan. 1980 Studienabschluss an der Tsukuba University, School of Art & Design, Ibaraki, Japan. Beendet 1984 die Postgraduate Studies an der Tsukuba University, Ibaraki, Japan. 1996 Resident Artist beim Djerrasi Resident Artists Program, California, USA. Erhält 1997 den 22. Kimura Ihei Memorial Award of Photography. Lebt und arbeitet in Tokyo.
Ausstellung in der Kunsthalle Nürnberg und im Huis Marseille, Amsterdam 30. November 2002 bis 23. Februar 2003.
Stephan Berg (Hrsg.): Naoya Hatakeyama.
Katalog zur Ausstellung. Dtsch.-Engl.
Quer 4°. 134 S. Geb. zahlr. ganzs. Abb. Hatje Cantz, Ostfildern 2002.
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